Hochstraßen in Nümbrecht

Denkmalschutz – Umbau einer Scheune zum Wohnhaus

Die zu Wohnzwecken umgebaute denkmalgeschützte Scheune im Oberbergischen ist bereits im Urkataster verzeichnet und ist Teil einer Hofanlage des Bergvogts und Richters Klöber in der Herrschaft Schloss Homburg. Aufgrund der Typologie der Fachwerkkonstruktion kann die Entstehungszeit der Scheune auf die Zeit um 1810 bestimmt werden.

Die im Hang liegende dreibündige Fachwerkkonstruktion aus Eichenholz mit Lehmausfachungen ruht auf einem geschosshohen Sockel aus feingeschichteten Grauwackesteinen. Außergewöhnlich und beeindruckend ist dabei die vorgelagerte Treppenanlage aus handbehauenen, großformatigen Steinstufen und die Zugänge zu den ehemaligen Stallungen, die von dem weitauskragenden Dach der Ostseite vor Witterung geschützt werden.

Das Natursteinmauerwerk wurde durch eine äußere Betonschale im Erdreich statisch gesichert, fachgerecht instandgesetzt und gegen Kälte und Feuchtigkeit isoliert. Das Hangwasser wird über eine Drainage abgeführt und im Inneren sorgt eine Bodenplatte in Beton mit Natursteinbelag und einer Fußbodenheizung für zeitgemäße Nutzung.

Erst mit dem Anschluss an die öffentliche Kanalisation und die Versorgung mit Strom und Wasser wurde die Nutzungsänderung für Wohnzwecke in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde möglich.

Über mehrere Ebenen entstand dabei eine das Volumen der Scheune füllende, offene Wohnnutzung mit zwei Bädern im Sockelgeschoss, den Wohnräumen und einer Küche im Erdgeschoss, sowie den drei Schlafräumen im Dachgeschoss. Die Primärkonstruktion in Eiche blieb sichtbar und vollständig erhalten. Nur an wenigen Stellen wurde das Eichenholz wegen des ansonsten guten Erhaltungszustandes ausgebessert. Die Scheune erhielt erstmals eine interne Treppe zur Verbindung der drei Geschossebenen mit einer mittig angeordneten, zentralen Feuerstätte als Grundofen mit Kachelofen und einem offenem Kamin. Von hier aus wird das Haus zentral beheizt. Zur Unterstützung und Sicherstellung einer Grundtemperatur wurde das Untergeschoss mit einer elektrischen Fußbodenheizung unter den großformatigen Grauwackeplatten belegt.

Ohne das tragende System zu stören, konnten in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde die Fensteröffnungen in der ansonsten geschlossenen Scheune kleinteilig mit Sprossenfenstern angeordnet werden.

Das sichtbare Fachwerk ist nur an wenigen Fehlstellen in Lehmbauweise mit Staken und Weiden ausgebessert. Eine taugliche Wärmedämmung konnte daher nur auf den beiden Witterungsseiten nach Ausmauerung der bis dahin offenen Gefache aufgebracht werden. Die dort ehemals vorhandene typische Verschalung in Nadelholz wurde erneuert.

Mit dem Einbau einer neuen Holzbalkendecke auf dem Bundbalken der dreiteiligen Konstruktion konnte der Dachraum für drei Schlafräume nutzbar gemacht werden. Dir Führung der Elektroinstallation erfolgte offen und sichtbar in Edelstahlrohren auf der Holzkonstruktion mit einem hier angepassten Schalterprogramm. Für die sanitäre Erschließung wurden Vormauerungen mit großformatigen, geschliffenen Grauwackeplatten vorgenommen, um das bestehende feingeschichtete Natursteinmauerwerk zu schonen.

Für das Haus wurden ausschließlich natürliche Baustoffe wie massives Eichenholz, Lehm und Grauwackesteine verwendet.

Die für Wohnzwecke instandgesetzte Scheune erhielt eine bundesweite Auszeichnung „Traumhäuser schön und sparsam umgebaut“ der Redaktion Das Haus und der LBS. Weitere Veröffentlichungen Schöner Wohnen 2002.